Cyberattacke WannaCry: Bundesregierung sollte Cybersicherheitsstrategie umsetzen

Zur aktuellen Debatte im Zusammenhang mit der Cyberattacke „WannaCry“ am vergangenen Wochenende sagt Prof. Dr. Norbert Pohlmann, eco Vorstand für IT-Sicherheit:

„Die Rufe nach gesetzgeberischen Maßnahmen aus Ministerien und Parteien greifen hier zu kurz und sind auch keine Lösung. Stattdessen brauchen wir ein konsequenteres IT-Sicherheits-Management – und zwar auf staatlicher Seite, ebenso wie in Unternehmen und Privathaushalten. Dies bedeutet auch eine klare Absage an sogenannte ZeroDay Exploits. Solange Geheimdienste und Sicherheitsbehörden wie NSA und BND vorhandene Schwachstellen nicht den Herstellern melden, sondern für das Ausspähen der Bürger nutzen, passieren Cyberattacken, die leicht verhindert werden können.

Zudem muss in den Unternehmen das Thema IT-Sicherheit strategische Relevanz erhalten. Mit zunehmender Digitalisierung und zunehmender Vernetzung ist IT-Sicherheit für viele Geschäftsmodelle kein Nice to have mehr, sondern zentrale Voraussetzung für erfolgreiche Geschäftstätigkeit und eine nachhaltige Digitalisierung – dies gilt unabhängig von der Branche oder der Unternehmensgröße. Eine Cybersicherheitsstrategie, die den Bürger und die Unternehmen befähigen will, mehr Sensibilität und Aufmerksamkeit gegenüber diesem Thema zu wecken, ist erst dann etwas wert, wenn Bürger, Unternehmen und die Bundesregierung zusammenarbeiten.“